»Warum gerade ich!?«
Alles über das Lipödem (Reiterhosensyndrom, Suavenhosensyndrom):
Wer sich mit einem Lipödem z.B. an den Beinen plagt, kann ein Lied davon singen: Komische Blicke in der U-Bahn, keine Freiheit bei der Kleiderwahl, Schmerzen sowieso und auch die Arbeitsstelle ist mindestens gefährdet.
Doch gegen die Krankheit, die der Volksmund ‚Säulenbein‘, Reiterhosen- oder Suavenhosensyndrom nennt, gibt es Therapien: Dr. Sylvia Proske, Dermatologin am ETHIANUM, behandelt ihre Klienten mit Erfolg.
Das Lipödem ist übrigens nicht zu verwechseln mit einem Lymphödem, das andere Behandlungsmethoden erfordert.
Wir informieren Sie hier gern vorab, bedenken Sie jedoch:
diese Webseite ersetzt keine gezielte und individuelle Diagnose.
Lipödem: eine Frage der Hormone.
Die Ursache des Lipödems ist nicht vollständig geklärt, vermutlich sind Hormone der Auslöser. Fest steht: Ausschließlich Frauen sind betroffen. Sie leiden unter einer sogenannten Fettverteilungsstörung — mächtige Oberschenkel und Waden sind die Folge.
Die lapidare Annahme, Betroffene würden zu fettreich essen, ist falsch. Das Lipödem ist eine vererbte Erkrankung. Abmagerungskuren sind wirksam — allerdings nicht für die Lipödem-Hauptproblemzonen: Das Fett, das sich gerade an Ober- und Unterschenkeln vermehrt, ist nicht das ‘normale Reservefett’, das der Körper bei zu hoher Energiezufuhr sammelt.
Die Symptome eines Lipödems im Verlauf:
- Reiterhosen-, im Verlauf Suavenhosenbildung: Die Fettzellenvermehrung tritt vornehmlich an Ober- und Unterschenkeln, aber auch an den Armen auf
- Ödemneigung: Wassereinlagerungen im Bereich der Unterschenkel bei längerem Stehen oder Sitzen. Insbesondere abends tritt ein dumpfes Schwellungsgefühl auf
- Berührungsschmerz bzw. Druckempfindlichkeit an den Oberschenkeln, schon bei leichtem Druck
- Neigung zu Hämatomen: Blaue Flecken entstehen an den Beinen schneller als üblich
Ein unbehandeltes Lipödem kann zu einem Lymphödem werden. Dann schwellen auch die Füße an, die bei einem Lipödem noch völlig normal aussehen.
Bewegung gehört zu einer erfolgreichen Therapie.
Wie erwähnt, hilft eine Abmagerungskur allein leider nicht. Ideal ist die Gewichtsabnahme in Kombination mit Bewegung — unbedingt mit einer Kompressionstherapie. Das bedeutet: Kompressionsstrümpfe anziehen.
Dr. Sylvia Proske, Dermatologin am ETHIANUM, weiß, weshalb das theraupeutische Accessoire unverzichtbar ist: »Mit einem Lipödem Sport zu treiben ohne gleichzeitige Kompression der Beine führt zu Muskelwachstum und damit zu einem größeren Beinumfang.«
Je nach Stadium des Lipödems kommen rund- oder flachgestrickte Kompressionsstrümpfe zum Einsatz, im fortgeschrittenen Stadium wird eine komplexe physikalische Entstauungstherapie notwendig.
Wählen Sie Sport, der mit Wasser zu tun hat.
Wasserdruck wirkt sich auf schwellende Oberschenkel positiv aus: Aquajogging oder Schwimmen sind besonders empfehlenswert. Ebenfalls gute Ergebnisse erzielen Sie mit Nordic Walking oder Wandern Aerobic.
Lymphologische Liposkulptur: Fettabsaugung.
Vor einer Liposuktion muss geklärt werden, ob das Lymphsystem bereits von der Erkrankung betroffen ist.
Die Fettabsaugung dient beim Lipödem nicht zur Gewichtsabnahme, sondern zielt auf die Verringerung der problematischen Fettdepots. Gleichzeitig wird eine Verbesserung der Körperform erreicht.
Je früher die Behandlung erfolgt, desto besser das Ergebnis: Die gedehnte Haut bildet sich dann leichter zurück und sieht wieder straffer aus.
Phlebologie, Proktologie und Andrologie.

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