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Die häufigsten Fehlbildungen der Hand:

Syndaktylie, Polydaktylie, Klinodaktylie, Pollex rigidus congenitus, Oligodaktylie, Kamptodaktylie.

 

Hier lernen Sie die am häufigsten auftretenden Fehlbildungen der Hand kennen und erfahren, wie diese am ETHIANUM in Heidelberg behandelt werden. Auch wenn Sie die Fehlbildung der Hände Ihres Kindes hier nicht wiederfinden sollten:

 

Prof. Dr. Günter Germann ist als Hand- und Mikrochirurg weltweit bekannt. Über 25 Jahre Erfahrung und die internationale Zusammenarbeit mit Kliniken, Universitäten und Forschungsgruppen ermöglichen dem Ärztlichen Direktor des ETHIANUM und seinen chirurgischen Partnern, sehr gezielt zu helfen — auch bei ungewöhnlichen und äußerst seltenen Fehlbildungen.

 

Selbstverständlich dienen diese Informationen Ihrer Orientierung und ersetzen keinesfalls eine individuelle Diagnose.

 

 


 

Syndaktylie = Zwei oder mehrere Finger sind miteinander verwachsen.


Meist handelt es sich bei der Syndaktylie um eine lockere Verbindung der Haut (ähnlich der Schwimmhaut eines Frosches), teilweise aber auch um knöcherne Verwachsungen.

So werden zusammengewachsene Finger behandelt:


  • Dauer der Anästhesie: zwischen 60 und 180 Minuten
  • Dauer des Eingriffs: zwischen 45 und 120 Minuten
  • Wie wird korrigiert? Bei der Trennung der Finger werden über zickzackförmige Hautschnitte Hautlappen gebildet, die schon ausreichen können, um beide Finger nach der Trennung einzeln zu verschließen.

    Häufig ist jedoch eine zusätzliche Hauttransplantation notwendig. Diese Haut wird in der Regel aus der Leiste entnommen. Sind auch die Knochen miteinander verwachsen, werden diese ebenfalls getrennt.
  • Schwierigkeitsgrad: je nach Ausdehnung mittelschwer bis anspruchsvoll
  • Dauer des stationären Aufenthalts: je nach Ausdehnung ambulant bis 1 Woche (Rooming-In ist eine gute Option)

 


 

Polydaktylie = Vielfingerigkeit.


Bei der Vielfingerigkeit, einer der häufigsten Fehlbildung der Hände, sind einzelne Finger oder Zehen doppelt vorhanden. Zumeist sind dabei die äußeren Gliedmaßen der Hand oder des Fußes betroffen, also Daumen oder Kleiner Finger bzw. Groß oder Kleine Zehe.

So wird behandelt:


  • Dauer der Anästhesie: zwischen 30 und 120 Minuten
  • Dauer des Eingriffs: zwischen 15 und 90 Minuten
  • Wie wird korrigiert? Anhand des Röntgenbildes werden die dominierenden Finger bzw. Fingeranteile bestimmt. Die überflüssigen Anteile werden entfernt. Dabei ist es unter Umständen notwendig, Strukturen des überflüssigen Fingers für den verbleibenden zu übernehmen, wenn diese nicht auch mehrfach angelegt sind, z.B. Bandstrukturen.
  • Schwierigkeitsgrad: leicht bis anspruchsvoll
  • Dauer des stationären Aufenthalts: ambulant bis 3 Tage

 


 

Oligodaktylie = das Fehlen eines oder mehrerer Finger.


Bei der selten auftretenden Oligodaktylie fehlen entweder einzelne Finger bzw. Zehen oder auch der dazugehörige Teil der Hand- bzw. Fußknochen, Strahl genannt. Ein operativer Eingriff bietet auch bei komplexen Fällen die Möglichkeit, die Greiffunktion der Hand herzustellen.

So wird behandelt:


  • Dauer der Anästhesie: 2,5 bis 8 Stunden
  • Dauer des Eingriffs: 2 bis 7 Stunden
  • Wie wird korrigiert? Das Fehlen von einzelnen Fingern wird nicht korrigiert, solange es sich nicht um den für die Greiffunktion so wichtigen Daumen handelt. Die Handchirurgen versuchen, mindestens einen sogenannten 3-Punkte Griff (Daumen plus zwei Finger) zu erzielen.

    Fehlt ausgerechnet der Daumen, kann eine Rekonstruktion entweder durch Umsetzen eines Fingers der gleichen Hand, oder durch die Transplantation einer Fußzehe erfolgen. Bei der Transplantation der Zehe muß unter dem OP-Mikroskop die Durchblutung und die Nervenversorgung wieder hergestellt werden.
  • Schwierigkeitsgrad: anspruchsvoll
  • Dauer des stationären Aufenthalts: ca. 2 Wochen

 


 

Klinodaktylie = seitliche Abweichung eines oder mehrerer Finger oder des Daumens.


Eine Fehlbildung, die nicht zwingend der Korrektur bedarf: Wenn das Kind trotz nicht gerader Finger gut greifen kann und keine Schmerzen hat, kann man u.U. einen Eingriff vermeiden.

So wird behandelt:

 

  • Dauer der Anästhesie: etwa 60 bis 90 Minuten
  • Dauer des Eingriffs: 45 bis 60 Minuten
  • Wie wird korrigiert? Hier wird der Knochen keilförmig entfernt, manchmal auch umgekehrt wieder eingesetzt, um eine Achskorrektur zu erreichen. Im Anschluss wird der Knochen durch Drähte stabilisiert.

    Drei Wochen später entfernt der Handchirurg diese im Rahmen eines kleinen Eingriffs (rd. 15-minütige Narkose) wieder.
  • Schwierigkeitsgrad: mittelschwer
  • Dauer des stationären Aufenthalts: rd. 2 bis 4 Tage

 



Pollex rigidus, Pollex flexus congenitus = Angeborene Beugestellung des Daumens


Eine der angeborenen Handfehlbildungen, die häufig u.a. erst aufgrund einer Verdickung am Grundgelenk des Daumens (Notta’scher Knoten) erkannt wird, wenn das Kind schon ein bis zwei Jahre oder älter ist.

Es handelt sich hier um eine Fehlbildung, die leider sehr häufig primär übersehen wird. Schon deshalb gehört eine Korrektur des Pollex flexus zu den Fehlbildungen an der Hand, die seltener an Neugeborenen durchgeführt werden.

So wird behandelt:


  • Dauer der Anästhesie: zwischen 15 und 30 Minuten
  • Dauer des Eingriffs: etwa 10 bis 20 Minuten
  • Wie wird korrigiert? Im Bereich der Beugeseite der Finger finden sich mehrere Ringbänder, die verhindern, dass die Beugesehne sich bogenförmig aufspannt. Das Band über dem Grundgelenk des Daumens ist bei dieser Erkrankung zu eng und wird deshalb, ohne dass es zu einer funktionellen Beeinträchtigung kommt, durchtrennt: die Sehne hat wieder Platz zu gleiten.
  • Schwierigkeitsgrad: kleiner Eingriff
  • Dauer des Aufenthalts: ambulant

 



Kamptodaktylie = Die Mittelgelenke der Finger (meist: kleiner Finger)
lassen sich nicht strecken.


Obwohl diese Fehlbildung angeboren ist, fällt sie oft erst im Alter von 10 bis 14 Jahren auf: die sogenannte ‚Beugekontraktur‘ betrifft häufig die (kleinen) Finger beider Hände. Stört sie das Kind jedoch nicht beim Greifen, kann auf eine operative Korrektur durchaus verzichtet werden.

Wenn sich das Gelenk passiv gerade strecken lässt, können Schienen und Krankengymnastik den Zustand deutlich verbessern.

Die Kamptodaktylie hat viele mögliche Ursachen: Oft handelt es sich um einen fehlgebildeten Sehnen- oder Bandansatz, manchmal tritt diese Kontraktur innerhalb einer Familie häufig auf, in anderen Fällen kann die Ursache nicht eindeutig hergeleitet werden.

So wird behandelt:


  • Dauer der Anästhesie: 60 bis 120 Minuten
  • Dauer des Eingriffs: 45 bis 90 Minuten
  • Wie wird korrigiert? Die Gelenkkontraktur wird gelöst, ggf. behebt der Handchirurg die Fehlbildung der Sehnen oder Bänder
  • Schwierigkeitsgrad: mittelschwer
  • Dauer des stationären Aufenthalts: ca. 2 Tage



Die hier beschriebenen Fehlbildungen der Hände oder Füße lassen sich am ETHIANUM mit den modernsten Methoden der Hand- und Mikrochirurgie in der Regel sehr erfolgreich korrigieren.


Vereinbaren Sie einen Gesprächstermin: Besprechen Sie den individuellen Fall mit einem Facharzt und stellen Sie ihm Ihr Kind vor. Er wird Sie zuverlässig und verantwortungsvoll beraten.

 

 

 


 

 

 



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