Damit Hände wieder richtig zupacken können:
Behandlung von Dupuytrensche Kontraktur, Morbus Dupuytren
Ein kräftiger Händedruck ist wichtig. Auch die schwere Kommode braucht eine starke Hand, und selbst den schnittigen Zweisitzer muß man sicher im Griff haben.
Doch was, wenn unser Handlungsinstrument Nummer Eins durch die Erkrankung ‘Dupuytrensche Kontraktur’ nicht mehr mitspielen?
Überwiegend sind davon Männer ab 50 Jahren betroffen, Frauen etwas später. Der erfahrene Handchirurg kann die kleinen Knötchen in der Handinnenfläche und die sich deutlich abzeichnenden Fingerstränge schnell als Symptome erkennen.
Nach eingehender Untersuchung, Ihren Hinweisen zum Krank-
heitsverlauf, Einschränkungen oder Schmerzen, die Sie erfahren,
wird er die geeignete Behandlung empfehlen — das muss nicht
zwangsläufig eine Operation sein!
Mögliche Ursachen der
Dupuytrenschen Kontraktur:
Neben der genetischen Vorbelastung tritt eine Dupuytrensche Kontraktur (1832 entdeckt durch den französischen Mediziner und Chirurgen Guillaume Dupuytren) oft in Verbindung mit Diabetes auf oder im Zusammenhang mit der dauerhaften Einnahme bestimmter Medikamente.
Eine Erkrankung kann auch durch offene Verletzungen bzw. Brüche der Hand oder des Unterarms hervorgerufen werden.
Zum besseren Verständnis: Was macht
die Dupuytrensche Kontraktur mit Ihrer Hand?
Das Bindegewebe unter der Haut der Handflächen hat eine wichtige Funktion: Es schützt die darunterliegenden Nerven und Sehnen — sei es beim Abstützen der Hand oder bei einem beherzten Griff. In dieser sogenannten Fascienschicht kann es jedoch zu (gutartigen) Wucherungen oberhalb der Beugesehnen kommen:
Die Verdickungen behindern die Streckung einzelner oder mehrerer Finger. Nach und nach schrumpft das Gewebe oberhalb der Sehnen in der Hohlhand. Das Ergebnis: die betroffenen Finger bleiben gekrümmt und lassen sich nicht
mehr strecken. Das kann schmerzen, und im Verlauf die Funktion der Hand nachhaltig beeinträchtigen.
Die Dupuytrensche Kontraktur verläuft schubweise. Manche Betroffene haben lange Zeit keine Beschwerden, und plötzlich verschlimmert sich die Krankheit. Bei anderen bleibt ein Leben lang eine nicht weiter störende Knötchenbildung bestehen, die keiner Operation bedarf.
Die Phasen der Erkrankung.
Dr. Michael Pelzer, Facharzt für Plastische Chirurgie und Handchirurgie am ETHIANUM: »Wir empfehlen in der Regel eine Operation, wenn der Finger bereits etwas in die Hohlhand gezogen wird, also nicht mehr durchgestreckt werden kann. Ist die Knotenbildung in der Hohlhand jedoch schmerzhaft, operiert man Knoten bereits, wenn die Dupuytrensche Kontraktur noch nicht ausgeprägt ist.«
Stadium I.
Es haben sich Fibrosen gebildet, die als Knötchen oder flächige Verhärtungen auftreten. Eine leichte Kontraktur liegt bereits vor
Stadium II. und III.
Das Gewebe verhärtet sich weiter. Hiervon sind meist der Ringfinger und der kleine Finger betroffen, die dadurch eine Fehlstellung ausbilden. Die Beugekontraktur ist bereits ausgeprägter (Krümmung zwischen ca. 45 bis135°)
Stadium IV.
Bleibt die Krankheit lange unbehandelt, kann es zu nachhaltigen Schäden in den Gelenken der betroffenen Finger kommen: Diese krümmen sich und können nicht mehr ausgestreckt werden
Was der Handchirurg für Sie tun kann.
Weitere Themen der Handchirurgie:
Empfiehlt sich eine Operation, gibt es unterschiedliche Möglichkeiten:
1. Die von den Handchirurgen am ETHIANUM in der Regel angewendete Methode ist die sogenannte partielle Aponeurektomie: dabei werden die betroffenen Bindegewebsanteile entfernt.
2. Eine sehr moderne, minimal-invasive Methode ist die Infiltration von Kollagenase. Diese Enzyme schwächen den verhärteten Strang, der dann aufgedehnt werden kann.
In Deutschland wurde die Zulassung des Medikaments Xiapex® jetzt durch den Hersteller ausgesetzt; zur Zeit ist die Behandlung mit Xiapex nicht möglich.
Injiziert in den tastbaren Strang sollte das Präparat die Zersetzung des Kollagens im Strang bewirken und so dabei helfen, die Ursache der Kontraktur aufzulösen.
Wir informieren Sie zum Stand der Dinge gern.
3. Ist die Dupuytrensche Kontraktur bereits weit fortgeschritten, kann es notwendig sein, vorab eine Durchtrennung des Stranges vorzunehmen.
Welche dieser operativen Methoden sinnvoll ist und ob sich ein stationärer Aufenthalt empfiehlt, entscheidet sich im Einzelfall.
Zu den Risiken des Eingriffs zählt die mögliche Verletzung von — meist stark eingewachsenen — Fingernerven und Gefäßen. Die Gefahr ist jedoch beim Ersteingriff durch einen erfahrenen Handchirurgen gering. Allerdings neigt die Erkrankung dazu, wieder aufzutreten.
Warten Sie dennoch nicht zu lange mit der Konsultation eines Facharztes für Handchirurgie, wenn Sie glauben, die Dupuytrensche Kontraktur auszubilden oder bereits mit Ihrem Hausarzt darüber gesprochen haben: Ihre Hände sind von unschätzbarem Wert für Ihre Unabhängigkeit.
Am ETHIANUM wird man Sie genau untersuchen, individuell beraten und Ihnen einen Eingriff ersparen, wenn er medizinisch nicht wirklich anzuraten ist.
Vereinbaren Sie ein erstes Gespräch:
06221 8723 0