Damit alle Informationen wieder
in Ihren Händen landen:
Nervenersatz-Operation, Rekonstruktion bei Nervenschäden.
Nerven sind die Informationsautobahnen unseres Körpers: Wenn Sie ein Glas in die Hand nehmen, wird das möglich, weil Befehlsketten wie ‘Rechte Hand zum Glas bewegen’ durch die Nervenbahnen zu Ihren Händen sausen. Ist ein Nerv jedoch geschädigt, können diese Informationen nicht mehr fließen, der Befehl kommt nicht an.
Die Nervenersatz-Operation kann eine Brücke über diese Informations-Kerbe schlagen. Dafür kommt hochmoderne Mikrochirurgie zum Einsatz — ganz individuell, denn Ihre Hände sind einzigartig:
Ihre Fingerabdrücke gibt es nur ein einziges Mal auf der Welt. Ihre Art, die Dinge zu erfühlen ist einmalig. Ihr Händedruck spiegelt Ihre Persönlichkeit wider.
So individuell wie Ihre Hände sind auch die Gründe für Nervenschäden — und ihre Auswirkungen. Durch Unfälle, Tumore oder Komplikationen nach Operationen können Nerven nachhaltig verletzt werden. Je nachdem, welcher Nerv wie schwer betroffen ist, werden Sensibilität und Motorik der Hände unterschiedlich stark eingeschränkt.
Dr. Michael Pelzer, Facharzt für Plastische Chirurgie, Ästhetische Chirurgie und Handchirurgie: »Deshalb wird am ETHIANUM in Heidelberg jede Nervenersatz-Operation individuell für den Klienten, die Beschwerden und Verletzungsmuster geplant und durchgeführt.«
Welche operativen Möglichkeiten es für Ihren speziellen Fall gibt, wird Ihr Facharzt für Handchirurgie in einem ausführlichen Gespräch erläutern. An dieser Stelle finden Sie bereits erste wichtige Informationen:
End-zu-End-Naht bei durchtrennten Nerven:
In einigen Fällen, vor allem wenn eine Nervenschädigung ganz frisch ist, können durchtrennte Nerven wieder zusammen genäht werden. Das nennt man End-zu-End-Naht.
Erfolgreich ist dieser Eingriff, wenn der Nerv von der Durchtrennungsstelle mit etwa 2,5 cm pro Monat wieder in das periphere Nervensystem einwächst: Die Sensibilität erholt sich, wenn auch meist vermindert. Ob die motorischen Funktionen wiederhergestellt werden können, ist unter anderem davon abhängig, welcher Nerv an welcher Stelle durchtrennt ist.
- OP Dauer: ca. 1 Stunde
- Aufwand: Mittel
Nervenersatz-Operation bei komplexeren Nervenschäden:
Manchmal können Nerven nicht einfach wieder zusammen genäht werden: Wenn ein Nerv auf großer Strecke fehlt oder zu erwarten ist, dass er bei einer End-zu-End-Naht zu stramm gespannt würde, wird ein Stück Nerv von einer anderen Körperstelle wie dem Unterschenkel (z.B. Nervus suralis) entnommen und an die geschädigte Stelle gesetzt.
- Dauer der Operation: 2 Stunden mikrochirurgischer Eingriff
- Aufwand: Mittel bis hoch
- Anschließende Therapien: Ca. 3-6 Monate postoperative Physiotherapie und Ergotherapie
- Vorteil: Keine Opferung unbeteiligter Muskeln
- Nachteil: Gefühlsstörung im Versorgungsgebiet des Spendernerven
Weitere Möglichkeiten der Rekonstruktion von Nervenschäden
am Beispiel der Radialis-Lähmung:
Die Radialis-Lähmung (Radialis-Parese) bezeichnet eine Lähmung der Handgelenks- und Fingerstrecker. Die Spannung der Beugemuskeln ist höher als die der Streckmuskeln. Handgelenk und Finger bleiben deshalb in gebeugter Haltung und können nicht mehr gestreckt werden. Diese für die Radialis-Lähmung typische Handstellung wird auch Fallhand oder Kusshand genannt.
Glücklicherweise ist der menschliche Körper so konstruiert, dass wir auf einen Teil der Muskulatur ohne größere funktionelle Ausfälle verzichten können, viele Funktionen werden von mehreren Muskeln übernommen. Diese intelligente Strategie des Körpers macht sich die Handchirurgie zu Nutze:
Ein Teil der Muskel- und Sehnengruppe auf der Beugeseite des Unterarms (Fingerbeuger, u.a. für das Ballen der Faust verantwortlich) kann auf die Streckseite des Unterarms verlagert werden. Bei einer Radialis-Lähmung kann so wieder eine Streckfunktion erzielt werden — ohne signifikante Verluste bei der Beugung.
- Dauer der Operation: 2 Stunden
- Aufwand: Mittel
- Anschließende Therapien: Ca. 3-6 Monate postoperative Physiotherapie und Ergotherapie
- Vorteil: Meist gutes Ergebnis mit wenig zusätzlichen Einschränkungen
- Nachteil: Zusätzliche Narben, Feinmotorik vermindert
Alternativ können auch nur die Nerven, die die Muskeln der Beugeseite ansteuern, verpflanzt werden. Das Ziel dieses Eingriffs: Die Muskeln der Streckseite nehmen ihre Arbeit wieder auf.
- Dauer der Operation: 2 Stunden mikrochirurgischer Eingriff
- Aufwand: Hoch
- Anschließende Therapien: Ca. 3-6 Monate postoperative Physiotherapie und Ergotherapie
- Vorteil: Weniger zusätzliche Narben, Schwächung zusätzlicher Muskeln weniger stark ausgeprägt, bessere Feinmotorik
- Nachteil: Die resultierende Funktion ist schwerer vorherzusagen als bei der Verlagerung von Sehnen
Weitere Informationen zur Rekonstruktion von Nervenschäden, möglichen Risiken und Ergebnissen, erhalten Sie am ETHIANUM in Ihrem persönlichen Gespräch mit dem Handchirurgen. Er wird Sie eingehend untersuchen, ausführlich beraten und Ihre Fragen gern beantworten.
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