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Knie-Spezialist mit Studie auf internationaler Bühne

‘The Knee’ veröffentlicht Artikel von Dr. Wolfgang Franz über neues Verfahren zur Reparatur gerissener Kreuzbänder

Artikel zum neuen OP-Verfahren im Journal The KneeDamit sich Neuerungen in der Chirurgie durchsetzen, die dem Patienten zugutekommen, sind Veröffentlichungen in wissenschaftlichen Fachzeitschriften notwendig. So erfahren Fachkollegen von der Innovation und können diese anwenden.

Um sein neues Verfahren zur Reparatur gerissener Kreuzbänder international noch bekannter zu machen, hat der an der ETHIANUM Klinik Heidelberg tätige Knie-Spezialist Dr. Wolfgang Franz jetzt einen Artikel in der renommierten Fachzeitschrift ‘The Knee’ veröffentlicht.

Die Zeitschrift ist das offizielle Journal gleich dreier Fachgesellschaften: der British Association for Surgery of the Knee, der Australian Knee Society und der Deutschen Kniegesellschaft. In ‘The Knee’ hat Dr. Franz die Ergebnisse einer von ihm geleiteten wissenschaftlichen Studie zur Sehnenentnahme beschrieben. »Die Veröffentlichung in solch einer Zeitschrift bedeutet natürlich eine große Anerkennung, ist aber auch ein Ansporn, die wissenschaftliche Beschäftigung mit dem Knie und innovative Operationsverfahren weiter voranzutreiben«, so der Knie-Spezialist.


Studie zeigt Überlegenheit gegenüber der alten Methode

Aufgrund ihres Untersuchungsdesigns – prospektiv, randomisiert und kontrolliert – stellt die von Dr. Franz realisierte Art der Studie die höchste Qualitätsstufe dar. Die Ergebnisse der Untersuchung: Der Eingriff geht schneller, die Narbe ist kürzer und es gibt weniger Komplikationen als bislang. Mit anderen Worten: Das neue Verfahren zur Entnahme von Sehnen, mit denen gerissene Kreuzbänder im Knie repariert werden, ist der althergebrachten Methode deutlich überlegen.

Dr. Franz im BeratungsgesprächKnie-Experte Dr. Wolfgang Franz hat das neue Verfahren selbst entwickelt. »Vor allem unter kosmetischen Aspekten ist die neue OP-Technik sehr interessant«, erklärt der Unfallchirurg und Sportmediziner. Er zählt zu den führenden deutschen Spezialisten. Sein Buch ‘Knie-Arthrose’ liegt in Kürze in fünfter Auflage vor, im vorigen Jahr hat er über 1.300 Knieoperationen durchgeführt und Ärzte aus der ganzen Welt lassen sich von dem Kaiserslauterer Unfallchirurgen in den neuesten Operationstechniken schulen.


Kreuzbandrisse im Knie zählen zu den häufigsten Sportverletzungen

Das verletzte Band wird durch die Semitendinosussehne ersetzt, die i. d. R. an der Schienbeinvorderseite entnommen wird. Doch dieses Verfahren gilt unter erfahrenen Medizinern als haarige Angelegenheit, da die Sehnenentnahme wegen der schwierigen anatomischen Verhältnisse den Anfänger und wenig erfahrenen Chirurgen vor große Probleme stellt. »Deshalb kamen wir auf die Idee, die Ersatzsehne aus der Kniekehle herauszunehmen.«

In Zusammenarbeit mit einem britischen Kollegen führte Dr. Franz eine breit angelegte Studie durch. Geprüft wurde, ob die moderne Sehnenentnahme tatsächlich schneller erfolgt als bei der herkömmlichen Methode, die Hautschnitte deutlich kleiner sind und ob es wirklich seltener zu Komplikationen kommt.

Die Untersuchung entsprach internationalen medizinischen Standards, war prospektiv randomisiert (das heißt, die Patienten wurden vorab entweder der Untersuchungs- oder der Kontrollgruppe zugelost).

Die Resultate in der Untersuchungsgruppe waren überzeugend: Die Sehnenentnahme mit der von Dr. Franz entwickelten Methode dauerte im Durchschnitt nur eine Minute und 23 Sekunden. Dagegen hinkten die Zeiten beim klassischen Verfahren mit 5:20 Minuten deutlich hinterher. Genau so deutlich zeigten sich die Vorzüge bei der Länge der Hautschnitte.

Ganze 21 Millimeter genügten in der Untersuchungsgruppe, um die Sehne zu entnehmen. Mehr als doppelt so lang, nämlich 4,9 Zentimeter, waren die Narben im Durchschnitt in der Kontrollgruppe. »Vor allem unter kosmetischen Aspekten ist das neue Verfahren gegenüber der althergebrachten Methode vorzuziehen«, erklärte Dr. Franz. Auch beim Thema Komplikationen gab es deutliche Differenzen:

Während in der Untersuchungsgruppe nach Anwendung des Franz'schen Verfahrens kein Patient weitere Beschwerden aufwies, kam es in der Kontrollgruppe zu einer Wundheilungsstörung und sieben Parästhesien, also Gefühlsstörungen mit Taubheitsgefühl.

Ein Kreuzbandriss lässt das verletzte Kniegelenk stark anschwellen und verursacht große Schmerzen. Es kann nicht vollständig gebeugt oder gestreckt werden. Im Gelenk findet sich häufig ein blutiger Erguss. Sind diese akuten Symptome nach einigen Wochen abgeklungen, ist das Knie instabil. Der Verletzte bemerkt, dass bei bestimmten Bewegungen das Knie wegknickt. Das kann schon bei geringfügigen Alltagsbelastungen wie Treppensteigen auftreten oder das Phänomen zeigt sich erst bei intensiver sportlicher Belastung auf dem Fußballplatz oder der Skipiste.

Hier besteht ein großes Risiko für die Verletzten: Wenn sie es nicht schaffen, das Knie durch eine verminderte Belastung oder durch Muskelaufbau zu stabilisieren, kann das andauernde Schlackern die Knorpelschicht schädigen und eine Kniearthrose auslösen. Bei der Rekonstruktion des Kreuzbands wird während der Operation die Sehne, die das Kreuzband ersetzt, über Knochenkanäle in Schienbein und Oberschenkel exakt an der Stelle platziert, an der sich normalerweise das intakte Kreuzband befindet.

Drei Tage nach der Operation verlassen die Patienten die Klinik. Wer einer vorwiegend sitzenden Tätigkeit nachgeht, kann schon ein bis zwei Wochen nach dem Eingriff wieder arbeiten. Sportler müssen dagegen bis zu einem halben Jahr für die volle Regeneration einplanen. Nach dem Eingriff sind die Patienten eine Woche lang mit Gehstöcken unterwegs, anschließend tragen sie eine Orthese, eine Gelenkschiene mit stabilem Rahmen.

Jetzt schon beginnt das Training von Kraft und Koordination. Vor allem die feinen Reflexe müssen wieder eingeübt werden. Nach sechs Wochen können die Betroffenen mehr für ihren Muskelaufbau tun. Hier sind Radeln, Schwimmen und das gelenkschonende Aquajogging zu empfehlen.


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