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Spannende Erkenntnisse in kleinen Schritten

Was geschieht im Forschungslabor in Heidelberg?

Was geschieht im Forschungslabor?Wenn Sie einen abgelegenen Turm erwarten, in dem nächtens bei Gewitter ein verschrobener Frankenstein heimliche Experimente durchführt, müssen wir Sie enttäuschen.

Das mit modernster Technik ausgestattete Forschungslabor liegt im Technologiepark Neuenheimer Feld in Heidelberg, in unmittelbarer Nähe zu den Kooperationspartnern und Einrichtungen der Universität.

Hier wird intensiv und ganz offiziell mit adulten, mesenchymalen Stammzellen geforscht.


Woraus gewinnen die Forscher adulte, mesenchymale Stammzellen?

Umgangssprachlich formuliert: Aus Speck. Die im Forschungslabor verwendeten Stammzellen werden aus dem Fettgewebe des Menschen isoliert.

Dr. med. Eva Köllensperger im Interview»Als Material verwenden wir Fettgewebe, das nach Operationen sowieso verworfen würde«, erklärt die Leiterin des Forschungslabors, Dr. Eva Köllensperger.

Der Gewebespender, dem z. B. durch Liposuktion Fett abgesaugt wurde, hat dazu vorab sein schriftliches Einverständnis erteilt, alle damit verbundenen Vorgänge wurden von der Ethikkommission der Universität Heidelberg geprüft und genehmigt.
Durch einen aufwändigen Prozess isolieren die Technischen Assistentinnen im Labor aus dem Fettgewebe die Stammzellen. Als Resultat steht dann eine gereinigte Stammzelllösung zur Verfügung.

In unterschiedlichen Projekten wird die Lösung in vitro (im Reagenzglas) und in vivo (im lebenden Organismus, bisher nur im Tiermodell) eingesetzt. Sterile Bedingungen und ständige Kontrollen garantieren bei allen Vorgängen im Labor höchste Qualität und Reinheit der Stammzellen.

Was sind Stammzellen eigentlich? Kleiner Exkurs in die Biologie


Was geschieht mit den Stammzellen?

Die Wissenschaftler untersuchen unter anderem den Einfluss unterschiedlicher Nährstoffe oder Gaskonzentrationen auf Wachstum und Reifungsfähigkeit der Stammzelle.

So kann eine ursprüngliche Stammzelle z. B. in eine Knochen-, Knorpel- oder Fettzelle ausreifen.

Durch das Einfärben der Stammzellen mit Farbstoffen vor dem Einbringen in einen lebenden Organismus (Tiermodell) lässt sich im Anschluss exakt feststellen, wo sie sich im Organismus angesiedelt und ob sie sich z. B. in neue Gefäß- oder Knochenzellen umgewandelt haben.


Ergebnisse aus dem Labor

Gewissenhaftes Arbeiten im Forschungslabor in HeidelbergEine großartige Perspektive: Zellen, die einem gesunden Menschen entnommen und eingefroren wurden, stehen ihm auch nach Jahren zur Therapie, z. B. im Fall einer schweren Erkrankung, zur Verfügung.

Denn die isolierten, menschlichen Stammzellen sind in der Lage, sich auch nach jahrelanger Ruhepause in flüssigem Stickstoff erneut zu teilen und in unterschiedliche Zelltypen auszureifen.

Ein weiteres Ergebnis ist von großem Vorteil für den Patienten: Stammzellen lassen sich im Brutschrank nahezu unbegrenzt vermehren.

Eine geringe Menge entnommenes Fettgewebe genügt demnach, um Millionen Stammzellen daraus zu isolieren.


Vorsicht und Umsicht sind geboten

Dr. Köllensperger erhielt im Mai 2015 den Fritz-Linder-Preis der Deutschen Gesellschaft für Chirurgen für ihren Vortrag zum Einfluss der Fettstammzellen auf Karzinome. Denn die Forschungsarbeit zeigt, dass Stammzellen und Tumorzellen miteinander agieren.

Lesen Sie, was dies für Lipotransfers bedeutet, bei denen der Stammzellanteil des Transplantats künstlich erhöht wurde

 


Stammzellenforschung für Stammzellentherapie

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