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Ellenbogen-OP: Ein Überblick der Ellenbogenchirurgie

Erkrankungen oder Verletzungen des Ellenbogengelenks und ihre Behandlung

Schmerzen im Ellenbogen: Differenzierte Diagnostik ist wichtigDamit eine Ellenbogen-OP nötig wird, muss schon einiges passieren. Eine Fraktur, abgesprengte Gelenkkörper, das Ausrenken des Gelenks (= Ellenbogen-Luxation, übrigens nach der ausgekugelten Schulter die zweithäufigste Gelenkluxation überhaupt), eine Sehnen- oder Bandverletzung. Auch Überlastungsschäden, Nervenengpässe, Entzündungen, ein Knorpelschaden oder Knorpelknochenschäden können einen Eingriff notwendig machen. 

Gut zu wissen, dass die meisten OPs der Ellenbogenchirurgie heute minimal-invasiv durch eine Arthroskopie erfolgen können. Nur selten, z. B. als letzte Lösung bei einer weit fortgeschrittenen Ellenbogengelenk-Arthrose, ist zur Implantierung einer Gelenkprothese auch eine offene Operation angezeigt.


»Die Anatomie des Ellenbogens ist faszinierend«

Prof. Dr. med. Felix Zeifang ist Experte für Schulter- und Ellenbogenchirurgie. Immer wenn sich ein Mediziner auf bestimmte Gebiete spezialisiert, kann man sicher sein, dass dies auch mit einer gewissen persönlichen Faszination einhergeht. Schauen wir uns deshalb die Anatomie des Ellenbogens etwas genauer an:

Nervenkompression im EllenbogengelenkDas Ellenbogengelenk verbindet den Oberarmknochen mit den beiden Unterarmknochen Elle (Ulna) und Speiche (Radius) Es vereint drei Teilgelenke, um uns große Bewegungsfreiheit zu ermöglichen.

  • Scharniergelenk zum Strecken und Beugen: Articulatio humeroulnaris
  • Kugelgelenk zum Beugen, Strecken und für Drehbewegungen des Arms: Articulatio humeroradialis
  • Radgelenk zum Wenden und Drehen von Unterarm und Hand: Articulatio radioulnaris proximalis
  • Eine einzige Gelenkkapsel umschließt die drei Teilgelenke
  • Der Gelenkknorpel schützt die Knochen vor Abrieb
  • Zur Stärkung und Führung dienen an den Seiten zwei sogen. Kollateralbänder
  • Das dritte ist das Ringband, das zur Gelenkkapsel zählt und den Speichenkopf umgibt

»Die Anatomie des Ellenbogens ist faszinierend, weil hier mehrere Gelenke zusammenarbeiten und die mehrdimensionalen Bewegungen ermöglichen. Um bei Beschwerden die genaue Ursache zu bestimmen, ist eine exakte, ausführliche Diagnostik entscheidend. Erst auf dieser Basis lässt sich eine Therapie einleiten, die individuell auf den Grad der Belastung, das Maß sportlicher Ziele und den persönlichen Anspruch des Patienten ausgerichtet ist.«


Exemplarisch: Indikationen und Behandlungsansätze der Ellenbogenchirurgie

 


Instabilität durch Bandverletzungen

Bandruptur nach Ellenbogen-LuxationAls Folge von Unfällen kann es neben Knochenfrakturen zu Instabilitäten durch Bandverletzungen kommen. Sehr häufig ist hiervon das innere Seitenband betroffen, das vom Oberarmknochen zur Elle führt (ulnares Seitenband). Sie merken das, weil Sie beim Abstützen Schmerzen haben, bei dem Versuch, Gegenstände mit gestrecktem Arm anzuheben, oder bei sportlichen Belastungen im Bereich des äußeren oder inneren Ellenbogens.

In erster Instanz leisten konservative Therapiemaßnahmen gute Dienste, doch oft bleibt eine Bandverletzung unerkannt und manifestiert sich dann als chronische Instabilität. Bei einem entsprechenden Verdacht wird der Experte nach sorgfältiger Anamnese und klinischer Untersuchung (z. B. Provokationstest) eine MRT Untersuchung anordnen: Hier zeigt sich eine chronische Bandläsion recht deutlich.

Oft kann jedoch erst durch eine Arthroskopie die Diagnose ‘chronische Instabilität’ sicher gestellt werden, indem unter arthroskopischer Sicht geprüft wird, inwieweit sich das Gelenk bei Provokationstests instabil zeigt. Ist dies offensichtlich, kann das Band im Rahmen derselben Operation ggf. gestrafft, genäht oder, auch durch Implantation eines künstlichen Bandes, rekonstruiert werden.

Postoperativ erfolgt eine Versorgung mit einer Bewegungsorthese für rd. sechs Wochen. Damit sind Alltagsaktivitäten möglich, im Anschluss wird die Belastung gesteigert, bis nach etwa drei Monaten auch sportliche Betätigung wieder möglich ist. 


Knorpelschaden, Knorpelknochenschaden, Gelenkmaus, Morbus Panner

Knorpel sind glatt, wirken wie ein Stoßdämpfer und schützen Knochen im Gelenk vor Abrieb. Wird die Knorpelmasse beschädigt, bekommt sie Risse, wird dünn oder ungleichmäßig abgerieben, ist ihre Schutzfunktion beeinträchtigt. Unbehandelt können dann Knorpelstückchen absprengen und zu freien Gelenkkörpern werden; manchmal entstehen Sporne oder im Knochen bilden sich Hohlräume (intraossäre Ganglien, Zysten).  

OD-Herd im Ellenbogen-Gelenk

Das Röntgenbild zeigt im oberen Knochen links zur Mitte eine Osteochondrosis dissecans (= OD), die sich zu einem freien Gelenkkörper (alias ‘Gelenkmaus’) entwickeln kann. Derartige Veränderungen am Knorpel treten häufig bei jüngeren Sportlern durch wiederkehrende (repetitive) Mikro-Traumata auf – oft sind Handballer oder Tennisspieler betroffen. Auch bei Heranwachsenden ist eine OD typisch, muss jedoch von Morbus Panner (Knochennekrose des Ellenbogengelenks) abgegrenzt werden. 

Entscheidend ist hier die exakte Diagnostik einschließlich Magnetresonanztomographie. Davon abhängig gestalten sich die therapeutischen Maßnahmen: Im konservativen Bereich wird Schonung/eine Trainingspause verordnet, ggf. kommen Medikamente (Infiltration, durchblutungsfördernde Mittel) zum Einsatz.

Gelenkmaus: Freie Gelenkkörper verursachen schmerzhafte Blockaden im EllenbogenBei stärker ausgeprägtem Knorpelschäden können sich Knorpel-Knochen-Fragmente lösen.  So eine freie Gelenkmaus findet sich häufig zwischen Oberarmknochen und Speiche. Sie verursacht Schmerzen, Bewegungseinschränkungen und, wenn sie in einem Gelenkspalt eingeklemmt wird, auch komplette Blockaden. 

Möglichst bevor es so weit kommt, wird der Ellenbogen-Spezialist operative Maßnahmen durchführen: Bei einem Gelenk-Débridement werden raue Oberflächen geglättet und frei bewegliche Teile ausgespült.

Debridement der Knorpelfläche im Ellenbogengelenk

Bei der Mikrofrakturierung (Microfracturing) werden im Rahmen einer Arthroskopie nach der Entfernung des verletzten Knorpels gezielt winzige Bohrungen in den darunter befindlichen Knochen gesetzt.
Das spült mit dem austretenden Blut Stammzellen an die Oberfläche, die sich an den Knochen heften und sogen. Faserknorpel entstehen lassen – ein ‘Ersatzknorpel’, der die Funktion der echten Knorpelmasse übernimmt.

Mikrofrakturierung nach Ellenbogengelenk-Debridement

Bei tiefreichenden Knorpel- bzw. Knochenschäden ohne gleichzeitige Entzündung kann eine Mosaik-Plastik (OACT) die geeignete Therapie sein: Hierfür werden aus gesunden Knorpel- bzw. Knochenarealen Zylinder ausgestanzt und in vorbereitete Löcher im defekten Knorpel/Knochen eingesetzt. Bei größeren Defekten kann auch eine Knorpelzelltransplantation indiziert sein. 


Entzündungen, Überlastungsschäden wie Tennisarm oder Golferarm

Der Tennisarm kommt gar nicht so oft vom TennisspielWie jedes Gelenk reagiert auch der Ellenbogen empfindlich auf übermäßige Belastung. So kann sich eine Schleimbeutelentzündung (Bursitis) entwickeln, die der Experte durch einen Drucktest schnell ertastet und ggf. diagnostisch mit Ultraschall absichert. In der Regel wird die Bursitis konservativ behandelt, bei starken Schwellungen kann punktiert werden. Entzündungen entstehen auch an den Sehnenansätzen von Bizeps und Trizeps.

Häufigster Überlastungsschaden ist der Tennisarm alias Mausarm, der sich bei Nichtbehandlung chronisch manifestieren kann. Typisch sind Schmerzen beim Heben oder Greifen sowie die Druckempfindlichkeit des Knöchels an der Außenseite des Ellenbogens.
Schmerzt dagegen der innere Anteil des Ellenbogens, spricht man vom Golferarm. Bei beiden Erkrankungen kommt es zu einer Ansatzreizung (Tendinopathie) des Kapsel-Sehnenansatz am Oberarmknochen.

Operative Maßnahmen sind bei Tennis- oder Golferarm selten notwendig. Jedoch sollte ein Facharzt frühzeitig genauer hinschauen, wenn Sie Probleme haben: Möglicherweise ist der Tennisarm/Golferarm die Folge einer chronischen Instabilität des Ellenbogens und die wahre Ursache liegt in einer traumatisch oder chronisch degenerativ bedingten Bandläsion.
Wird die Bandstabilität wiederhergestellt, verschwinden in der Regel auch die Schmerzen. 


Kompressionssyndrom Sulcus ulnaris (Kubitaltunnelsyndrom, Rinnensyndrom)

Auf dem Anatomiebild oben ist das Sulcus ulnaris Syndrom zu erkennen: Es ist nach dem Karpaltunnelsyndrom das häufigste Engpass-Syndrom. Betroffen ist hierbei der Nervus ulnaris, der an der Innenseite des Ellenbogens verläuft und u. a. häufiges Aufstützen oder übermäßige Dehnung übelnimmt. Dieses Syndrom muss differentialdiagnostisch vom Loge de Guyon Syndrom abgegrenzt werden. Es lässt sich konservativ gut behandeln, nur selten muss operiert werden, um den Nerv zu verlagern oder eine Druckentlastung herbeizuführen. 
 


Ellenbogengelenkarthrose (Cubitalarthrose)

Ellenbogenarthrose: Häufigste Auslöser sind Gelenkluxation und KnochenbruchDie Ellenbogengelenkarthrose ist degenerativ- oder unfallbedingt, kann aber auch die Folge unbehandelter Knorpel- bzw. Knorpelknochenschäden oder langandauernden Entzündungen sein.

Anders als z. B. die Schulterarthrose, Hüftarthrose oder Kniearthrose wird die Erkrankung in den Anfangsstadien kaum bemerkt. Das liegt daran, dass das Ellenbogengelenk kein lasttragendes Gelenk ist. Dennoch kann jedes der drei Teilgelenke betroffen sein; auch das Radiusköpfchen kann eine Arthrose ausbilden.

Wenn konservativen Maßnahmen wie Schonung, Physiotherapie, Injektionen keine Besserung bringen, wird ein arthroskopischer Eingriff zu überlegen sein. Hierbei können die häufig feststellbaren, freien Gelenkkörper (siehe oben) und die entzündete Gelenkschleimhaut entfernt werden. Das lindert Schmerzen und verbessert die Beweglichkeit. Je freier das Ellenbogengelenk zu bewegen ist, desto nachhaltiger lässt sich das Fortschreiten der Arthrose eindämmen. 


Ellenbogengelenkprothesen

Selten ist eine Prothese für das Ellenbogengelenk wirklich notwendig, denn in der Regel helfen konservative Therapien und minimal-invasive Eingriffe, den kompletten Verschleiß zu vermeiden. 

Ob eine Teilendoprothese (z. B. Ersatz des Oberarm-Ellengelenks) oder eine Totalendoprothese (unverblockt, halbgekoppelt oder starrgekoppelt und achsgeführt) eingesetzt werden sollte, muss im konkreten Fall entschieden werden. Prinzipiell sind die mittel- und langfristigen Ergebnisse von Ellenbogengelenkprothesen gut.


Experte für Schulter- und Ellenbogenchirurgie, Prof. Dr. med. Felix Zeifang

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Große Hilfe bei Gelenkerkrankungen: Die Ellenbogen-Arthroskopie

/ Ellenbogen-Arthroskopie

Wie wird eine Ellenbogen-Arthroskopie durchgeführt und wann macht sie Sinn? Prof. Dr. Felix Zeifang, Experte für Schulter- und Ellenbogenchirurgie informiert zur Arthroskopie des Ellenbogens, typischen Indikationen und wie es danach weitergeht.

Infos zur Ellenbogen-Arthroskopie


 

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