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Verletzungen durch Radfahren bzw. Biken

Ein Sport zwischen erfolgreicher Reha-Maßnahme und tödlichen Unfällen

Dr. Schmitz und Dr. Lehmann über Verletzungen beim RadsportEigentlich gilt Radfahren als Sportart mit geringem Risiko. Aufgrund seiner Vorteile – geführte Bewegung, sitzende Position, insgesamt schonende Belastung – ist Radeln auch als Rehabilitationsmaßnahme erfolgreich. Doch wer es übertreibt, handelt sich durch Biken und wilde Offroad-Touren mitunter äußerst ernste Verletzungen ein.

Radfahren kann im Bereich der Hände, des Dammes und der Sitzbeinhöcker zu Problemen führen. Die gebückte Haltung auf dem Fahrrad fördert Überlastungsschäden; außerdem können Beschwerden auftreten, weil Knie- und Hüftgelenk nicht vollständig gestreckt werden. Je waghalsiger, desto gefährlicher: akute, auch schwere Verletzungen durch Kollisionen und Stürze sind möglich.


Eine Frage der Haltung: Wenn die Wirbelsäule beim Radfahren leidet

Gerade Rennräder verleiten zu einer überstreckten Kopfhaltung. Der Nacken reagiert dann mit schmerzhaften Verspannungen, die jedoch nach einer Eingewöhnungszeit in der Regel von selbst abklingen. Dauerhafte Schäden oder strukturelle Veränderungen werden nur selten beobachtet. Bei bereits bestehenden degenerativen Erkrankungen (Verschleiß, Bandscheibenproblematik…) empfiehlt es sich, die Sitzposition aufrechter zu gestalten.

Bedingt durch den Zug am Lenker kommt es beim Radfahren immer wieder zu Schmerzen im Bereich der Rückenmuskulatur (Brust- und Lendenwirbelsäule). Bei schwach ausgeprägter Rumpfmuskulatur wird die gebeugte Haltung insbesondere im unteren Bereich der Wirbelsäule zu Schmerzen führen.

Diese Probleme verschwinden meist, je besser der Trainingszustand des Radsportlers ist. Ansonsten muss die Rumpfmuskulatur aktiv auftrainiert werden; vor allem die Hüftstrecker und -beuger sollten gedehnt werden. Wie erwähnt, wird mit einer veränderten Einstellung der Sitzposition meist eine schnelle Besserung der Beschwerden erreicht.


Probleme der oberen Extremität

Taubheitsgefühle im Versorgungsbereich des Nervus ulnaris (Ellennervs) treten oft durch Erschütterungen und Druckbelastung auf, die über den Lenker von dem Armen aufgefangen werden. Hier kann eine bessere Federung bzw. eine Veränderung der Griffposition helfen.

Schmerzen der unteren Extremität

Am häufigsten treten beim Radfahren in den Beinen Sehnenbeschwerden (Tendinosen) und Muskelverhärtungen auf, beides begünstigt durch eine Verkürzung der Muskulatur.

Der Orthopäde wird auch hier wieder für eine kritische Überprüfung der Sitzposition und des Schuh-/Pedalsystems plädieren. Sind die Schmerzen stark, wird eine Reduktion der Belastung oder gar eine Trainings- bzw. Wettkampfpause notwendig. Therapeutisch kommen Salbenverbände sowie entzündungshemmende Medikamente oral oder als Infiltrationen zum Einsatz. Dehnübungen sind anzuraten. Zunehmend wird bei muskulären Problemen und auch bei Sehnenbeschwerden mit guten Erfolgen die Stoßwellenbehandlung (ESWT) ergänzend angewandt.

Durch die starke Beugung im Hüftgelenk kann es auch zu Durchblutungsstörungen der unteren Extremität kommen. Hieran muss bei unspezifischen Beschwerden im Bereich der Beine gedacht werden.


Akute Verletzungen

Beim Radsport treten am häufigsten Hautverletzungen und Prellungen auf. Ganz typisch beim direkten Sturz auf die Seite sind auch Verletzungen im Bereich des Schultergürtels.

Hier kann es zu Brüchen des Schlüsselbeins oder Schultereckgelenksprengungen kommen. Fängt die Fahrerin oder der Fahrer den Sturz mit den Händen ab, ist mit Brüchen im Bereich des Ellenbogens oder einer Handgelenkfraktur zu rechnen.

Beim Sturz auf die Seite und entsprechender Krafteinwirkung auf die Hüftaußenseite treten gelegentlich Schenkelhalsfrakturen auf.

Bei meist unbehelmten Radfahrern kann es durch Schädel-Hirn-Verletzungen auch zu tödlichen Unfällen kommen. Auch Gesichtsfrakturen könne bei entsprechender Gewalteinwirkung auftreten. Bitte tragen Sie immer einen gut angepassten Helm!


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